Alter Hafen Würzburg

Realisierungswettbewerb mit Ideenteil
Auslober: WVV Wirtschaftsstandort Würzburg Immobilien-Management GmbH
Standort: Würzburg
Typologie: Büro
Status: 1. Preis | Wettbewerb 2023

Auszug aus dem Erläuterungsbericht:

FREIRAUM_STADTRAUM_IDENTITÄT

Das Areal ist geprägt durch die Nähe zu den bedeutenden Freiräumen (Weinhänge am Stein, Mainwiesen,..), der Lage als Stadteingang am Beginn des Stadtraumes , sowie der Kulturmeile Hafenareal mit vielfältigen Sichtbezügen zu den identitätsstiftenden Baustrukturen Würzburgs (u.a. Innenstadt, Dom, Festung, etc.). Der „neue“ alte Hafen bezieht seine Identität aus genau diesem Spannungsfeld und überzeugt durch eine komprimierte Setzung des Bauvolumens am Brückenkopf und eine logische Fortführung des Landschaftsraumes bei gleichzeitiger Aufwertung der Kulturmeile. Zurückhaltung und Prägnanz prägen die Setzung gleichermaßen, welche aus den 3 Teilen grüner Sockel -Hafenpark (01), Klimapark (02) und Bürokubus (03) besteht.

KLIMAVERSPRECHEN „ALTER HAFEN“_WÜRZBURG 2040

Die Stadt Würzburg hat in ihrem integrierten Klimaschutzkonzept beschlossen, sich dem Ziel zu verpflichten, spätestens bis 2040 klimaneutral zu werden. Der Entwurf des Bürogebäudes und Klimaparks am Alten Hafen wird dieses Engagement der Stadt aktiv unterstützen und als Null-Emissionsgebäude keine CO2– Emissionen freisetzen und mit dem Klimapark mit Begrünungs-, Wasserspeicher-, und Energiekonzept zur positiven Klimabilanz und Resilienz beitragen. Der Neubau nimmt dabei in Würzburg eine Vorreiterrolle ein und wird für zukünftige Bauprojekte Benchmark und Orientierungspunkt sein. Die CO-Neutralität des Gebäude- und Gesamtkonzeptes umfasst dabei nicht nur Bau, sondern den kompletten Lebenszyklus, von Planung, Errichtung über die Betrieb bis hin zum Rückbau und der Entsorgung bzw. Drittverwendung. (…)

RESSOURCE BESTAND + NACHWACHSENDE ROHSTOFFE

Städtebauliche Setzung, sowie Baukörper-, Material-, Technik-, Betriebs-, Gestalt- und Rückbaukonzept, ist unter dem Primat der Klima-Resilienz, Kreislaufwirtschaft und Emissionsneutralität entwickelt und Teil des Klimaversprechens „Alter Hafen“. Das neu geplante sechsstöckige Bürogebäude wird in modularer Holzbauweise auf dem bestehenden Parkdeck unter Ausnutzung der vorhandenen Lastreserven von Tragwerk und Gründung errichtet. (…) Durch den Erhalt der Parkdecks und dessen Nutzung im Projekt wird ein Abbruch und Wiederaufbau vermieden und der Anspruch der CO2-Neutralität erfüllt. Allein das in der Konstruktion gebundene CO2eq beträgt für Beton (ca. 2.700 cbm) und Stahl (ca. 125 to) fast 60.000 t CO2eq . Für den Abbruch inkl. Recycling der Materialien würden über 40.000 t CO2eq freigesetzt, dabei bleibt der Neubau des Parkdecks unberücksichtigt. Der Erhalt des Parkdecks spart allein über 100.000 t CO2eq was 8.000.000 Bäumen entspricht.

Da das Gebäude im Wesentlichen aus dem Baustoff Holz besteht (Holzdecken, Holzstützen, Holzfenster) ergeben sich auch aus dem Neubau keine CO2-Emissionen. Dies ergibt sich durch den Ansatz, dass Holz aufgrund seines hohen Verwendungsanteils und mit seinen sehr positiven Ökobilanzdaten alle anderen verwendeten Baustoffe und deren (negative) Auswirkungen auf das Erderwärmungspotential mehr als ausgleicht. Zudem wird die Dachfläche zur Gewinnung von Solarenergie zu 70 % mit Photovoltaik-Modulen belegt und erzeugt dabei 226.000 kWh/a bei einem gleichzeitigen Bedarf von 224.000 kWh/a (Annahme 40 kwh/qm*a) und deckt den Eigenstrombedarf des Gebäudes und spart dabei 152 t CO2/a, was 12.160 Bäumen pro Jahr entspricht.

 

Mitarbeit: Yunji Scheid, Marina Hörath, Dimitra Wittmann
Freianlagenplanung: DE BUHR LA Landschaftsarchitektur
Beratende Fachplaner: Tragraum Ingenieure PartmbB, Ingenieurbüro Langner GmbH
Visualisierung: Eric Dietze