Nahversorgungszentrum Hubland Center

Neubau und Umnutzung ehemaliges Hangargebäude
Bauherr: allobjekt Gewerbeimmobilien GmbH & Co. KG / Ten Brinke Group
Standort: Würzburg
Typologie: Gewerbebau | Wohnungsbau | Bestand
LPH: 1-4
BGF: 28.187 qm
Status: realisiert | 02/2015 - 06/2018
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Der Flugzeughangar prägt auf Grund seiner Geschichte und Dominanz maßgeblich den Eingangsbereich zum neuen Stadtteil am Hubland. Als eine der wenigen historischen Spuren kommt ihm darüber hinaus eine Bedeutung für die Identität des neuen Stadt­teils zu. Nach Flugzeughangar und Kino wird der Ort durch eine Verortung von Einkau­fen, Wohnen und Freizeit wiederbelebt. Durch die vertikale und horizontale hybride Mischung entsteht nicht nur ein neuer innovativer Gebäudetyp gemäß den Leitlinien der gemischt europäischen Stadt, sondern auch das Herzstück des neuen Stadtteils am Hubland mit hoher lokaler Versorgungsqualität und vielfältigen Synergieeffekten.

Das historische Gebäude wird als eine besondere Chance für die Gestaltung ei­nes wiedererkennbaren, eigenständigen Orts begriffen. Konsequenterweise wird der Hangar deshalb städtebaulich als ein eigenständiges Gebäude, als ein Soli­tär behandelt. Damit wird einerseits das identitätsstiftende Potenzial des Gebäu­des genutzt, andererseits wird das Gebäudevolumen als Alleinstellungsmerkmal anerkannt. Diesem Gedanken der besonderen Behandlung des historischen Ge­bäudes ordnet sich sowohl die städtebauliche Konzeption als auch die architekto­nische Gestaltung der neuen Baukörper unter. Das neue Nahversorgungszentrum prägt mit den zwei großmaßstäblichen Gebäuden mit Wohnnutzung im Oberge­schoss und dem Hangar eine räumlich wirksame Stadtkante. Ergänzt wird die­ses Ensemble von einem dritten schmalen Baukörper im Osten. Die Öffnung der Gebäude im Erdgeschoß mit Eingängen und Sichtbeziehungen in die angrenzen­den Ladenbereiche bildet den Rahmen für die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Der Platz am Hangar verknüpft als räumliches Gelenk die beiden Gebäude.

Die Mischung von Einkaufen, Wohnen und Freizeit sorgt für eine Belebung des Standorts auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten. Hierfür sind über dem Nah­versorgungszentrum Apartmentwohnungen angeordnet, die durch ihre Lage zum angrenzenden Park und Landschaftsraum sowie zu den inneren Garten­höfen eine besondere Qualität aufweisen. Im Hangargebäude wird die Raum­kubatur der Halle dazu genutzt, Freizeitnutzungen mit einem Sport- und Fit­nessbereich sowie Gastronomie über der Verkaufsfläche des Vollsortimenters zu aktivieren. Der ruhende Verkehr ist optisch abgeschirmt im Untergeschoss.

Differenz und Analogie bezeichnen die Grundhaltung bei der Gestaltung der Ge­bäude. Die Neubebauung setzt sich in Kubatur und Gestaltungssprache eindeu­tig vom Hangar ab. Eine transparente Erdgeschosszone signalisiert Leichtigkeit im Gegensatz zur Massivität des Flugzeughangars, dessen klar gegliederte Fas­sade den Bezug zum Boden zeigt. Der Neubau ist dabei mit einer Pfosten-Rie­gel-Fassade im Erdgeschoss und hellen Faserzementtafeln im Obergeschoss gestaltet. Der Hangar wirkt als verputzter Massivbau. Dennoch soll in der Fassa­dengestaltung auch ein städtebaulicher Zusammenhang deutlich werden. Dies wird über die Beziehung der Dachkante des Nahversorgerzentrums mit der Trau­fe des Hangars erreicht. Auch das Spiel mit den Fassadenöffnungen stellt Analo­gien zwischen den Gebäuden her: Das Erdgeschoss des Hangars und das Ober­geschoss des Nahversorgungszentrums spiegeln das Motiv der Lochfassade.